„Es würde ganz mau bei uns aussehen, wenn es kein Ehrenamt gäbe."
Es war ein ereignisreiches Wochenende: In Elxleben wurden 290 Jahre Feuerlöschwesen mit zwei beeindruckenden Veranstaltungen gefeiert, in Friedrichsdorf wurde für ein jahrhundertealtes, religiöses Kleindenkmal ein gleichermaßen attraktives wie informatives Umfeld geschaffen und in einer feierlichen Andacht mit sich anschließender Feier die Aufmerksamkeit verliehen, die es verdient. Gierstädt feierte sein 1.250-jähriges Bestehen.
Doch der Reihe nach: Wir starten heute in chronologischer Reihenfolge mit dem Festakt anlässlich des Jubiläums zum 290jährigen Bestehen des Feuerlöschwesens in Elxleben, der am Freitag Abend in der Aula der Regelschule stattfand. Bürgermeister und damit Dienstherr der Feuerwehr, Heiko Koch, begrüßte auch in seiner Funktion als stellvertretender Landrat die Gäste. Zu ihnen gehörten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Elxleben und vieler verbundener Feuerwehren aus dem Umkreis, Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und der langjährige Oberbürgermeister Erfurts und jetzt Staatssekretär für Kommunales im Thüringer Ministerium für Inneres.
Bürgermeister Heiko Koch spannte den Bogen von der Historie zur Gegenwart: „So bestand vor 290 Jahren die Ausrüstung noch aus Eimern, Einreißhaken, Löschdecken und wenn es sich die Gemeinde leisten konnte, aus einfachen Feuerspritzen, den handbetriebenen Kolbenpumpen zum Löschen. Den Anforderungen an die Brandbekämpfung in der heutigen Zeit kann eine Gemeinde allein aber nicht mehr gerecht werden. Die Kosten für die Beschaffung von Fahrzeugen liegen inzwischen im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich.“
Einen beeindruckenden, tiefgründigen Vortrag zur Geschichte des Elxlebener Feuerlöschwesens über den Zeitabschnitt von 1735 bis 2004 hielt Wolfgang Kalmring, Gemeindebrandmeister a.D.. Dokumente und Fotos aus der Geschichte waren zusammengetragen worden mit großer Akribie und hohem Aufwand. So manche Stunde verbrachte man in Archiven. Die Zeitspanne ab 2004 und den aktuellen Ausstattungsstand beleuchtete der seit 2010 amtierende, erfahrene Gemeindebrandmeister Andreas Wenzel. Für die bildliche Präsentation zeichnete Maximilian Kästner verantwortlich.
Dieses umfassende Werk, gestützt von zahlreichen Dokumenten, wird Gegenstand separater Beiträge hier im Elch-Report sein. Dazu bedarf es noch einiger Vorbereitung und Abstimmung mit den Chronisten.
Andreas Bausewein lobte den geschichtlichen Abriss und das Engagement der Kameradinnen und Kameraden. Er verlieh seinem Respekt Ausdruck: „Es würde ganz mau bei uns aussehen, wenn es kein Ehrenamt gäbe. Ein Drittel der Bevölkerung ist ehrenamtlich engagiert. Alle sind wichtig, aber die Mitglieder der Feuerwehr riskieren ihre Gesundheit und der eine oder andere auch sein Leben. Kommen Sie gesund von Ihren Einsätzen zurück“, so seine Botschaft und sein Wunsch.
Pfarrer Olaf Meier bedankte sich ebenfalls für den Einsatz der Feuerwehrleute und lud die Gäste zum gemeinsamen Gebet ein. Alle Redner einte die Hochachtung vor der aufopferungsvollen und gefährlichen, ehrenamtlichen (also unentgeltlichen) Arbeit der Feuerwehrleute.
Der Feuerwehrverein, der einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im Ort leistet, wird ebenfalls mit viel Herzblut geführt. Seine insgesamt 96 Mitglieder unterstützen die Freiwillige Feierwehr finanziell und sie zeichnen verantwortlich für viele interessante Veranstaltungen, die längst gute Tradition geworden sind: Vom Knutfest im Januar, über das Osterfeuer, das Sommerfest der Vereine bis hin zum Weihnachtsmarkt im Advent.
Dieses Engagement – der Feuerwehr und ihres Vereins – verdient höchste Anerkennung. Und so gab es am Freitag eine Würdigung herausragender Aktiver – mit Beförderungen, Auszeichnungen und Danksagungen.
Der Kreisfeuerwehrverband zeichnete aus: Wolfgang Kalmring mit dem silbernen Ehrenabzeichen,
Ursel Kalmring, Andrea Edler, Jaqueline Kasner-Bube, Andreas Wenzel, Aranka Wenzel, Frank Hentschel für die langjährige aktive Vereinsarbeit mit dem Ehrenabzeichen in Bronze. Tobias Federwisch wurde zum Oberlöschmeister und Zugführer befördert, Marcus Seegel zum Gerätewart. Das silberne Brandschurtabzeichen, verliehen von Innenminister Georg Meier erhielten Mandy Bayer und Marc Stielow.
Zuvor gratulierten verbundene, befreundete Feuerwehren und die Vereine des Ortes.
Hier einige Impressionen vom Festakt als Auftakt zum Fest am Samstag, von dem wir morgen berichten werden.
Autor: B. Köhler, Fotos: B. Köhler
Bürgermeister und stellv. Landrat Heiko Koch bei seiner Begrüßungsansprache.
Wolfgang Kalmring referierte zur Geschichte des Feuerlöschwesens.
Staatssekretär Andreas Bausewein: „Es würde ganz mau bei uns aussehen, wenn es kein Ehrenamt gäbe."
Gemeindebrandmeister Andreas Wenzel zur aktuellen Entwicklung und Situation der Freiwilligen Feuerwehr.
Pfarrer Olaf Meier
Tobias Federwisch leitet den Feuerwehrverein.
Adrian Hesse vom Kreisfeuerwehrverband würdigt die Arbeit der Elxlebener Kameradinnen und Kameraden und äußert sich kritisch zu sich stetig ausweitenden Aufgabenfeldern der Feuerwehren.
Christine Richardt, Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, unterstreicht die Bedeutung der Jugendfeuerwehren.
Gratulanten von den befreundeten Feuerwehren der umliegenden Orte.
Sebastian König, Präsident des Kirmesvereins Elxleben, gratuliert.
Auch Michaela Gansert vom EKC ist unter den Gratulanten.
Neu aufgenommen: Fabian Brück
Die Ausgezeichneten und Beförderten:
Engagierte Damen: Andrea Edler, Ursel Kalmring, Jaqueline Kasner-Bube, Aranka Wenzel (v.l.)
Für ihre verlässliche Unterstützung erhält Tatjana Schrot vom EDEKA-Markt eine Ehrenurkunde und ein Wandbild.