v.l.: Heiko Koch, Matthias Münch, René Heinemann

Wir sind für jeden Euro dankbar

Am 20. September begingen die Thüringer zum ersten Mal den Weltkindertag als Feiertag. Das nahmen die Kommunen Elxleben und Witterda zum Anlass, um ein Kinderfest zu organisieren. In diesem Jahr zeichnete Witterda mit seinen aktiven Vereinen für das Gelingen verantwortlich. Der Erlös aus dem Verkauf von Bratwürsten, Kuchen und Getränken wurde am Dienstag als Spende an das Kinderhospiz Mitteldeutschland übergeben. „Das Geld soll für die Kinder sein, denen es nicht so gut geht.“, begründet Witterdas Bürgermeister René Heinemann das Engagement und Heiko Koch, Bürgermeister von Elxleben ergänzt: „Auf jeden Fall ist das eine gute Entscheidung.“

400 Euro waren zusammengekommen und bilden nun beim Kinderhospiz einen Teil der jährlich benötigten 1,3 Millionen Euro, um die insgesamt 12 Plätze des Kinderhospizes zu unterhalten. Nur zwischen 45 und 48 Prozent der Kosten werden von den Krankenkassen getragen und trotz großen ehrenamtlichen Engagements und schlankester Verwaltung klafft diese große Finanzierungslücke. „Wir sind für jeden Euro dankbar.“, freut sich Matthias Münch und erklärt das Betreuungsprinzip: „Wir wollen betroffenen Eltern und Geschwisterkindern helfen und bieten ihnen eine Auszeit, einen ‚Urlaub‘. Dann gehen die Kinder in ihre Familien zurück.“ Vorrangiges Ziel sein nicht die Begleitung beim Sterben, sondern die Hilfe und Unterstützung für die Familien, die ein Kind mit ‚medizinisch austherapierter‘ Krankheit (so der Fachbegriff für unheilbar) haben. Rund 40.000 gibt es von ihnen in ganz Deutschland.

In Tambach-Dietharz ist das Hospiz ansässig, das 2011 seine Arbeit aufnahm und mit den 12 verfügbaren Plätzen bereits zu den größeren Einrichtungen gehört. Seither wurden dort bereits über 1.000 Familien betreut. Dass die Plätze für die Schulferien der nächsten vier Jahre ausgebucht sind, zeigt den enormen Bedarf bei den Betroffenen.

Autor: B. Köhler   Foto: S. Forberg