Naturnahe Gestaltung der Flusslandschaft

Umfangreiche Maßnahmen unvollständig

Seit dem letzten Hochwasser ist an der Gera in Walschleben viel passiert. Hier wurden nachhaltige Wirksame Maßnahmen umgesetzt. Der alte Geradamm ist dort zurückgebaut worden, wo bereits vor Jahren ein neuer, weiter vom Flusslauf entfernter, entstand. Zudem wurde eine Flussschleife von rund 450 Metern Länge angelegt, die dafür sorgt, dass das Wasser an Fließgeschwindigkeit verliert. Dem Fluss sollte mehr Raum gegeben werden und das ist jetzt auch so an diesem Deichabschnitt. Die Ufer sind abgeflacht und gut begehbar. Der Bereich hat deutlich an Naturnähe und Attraktivität gewonnen. 

Berücksichtigung fand in Walschleben auch, dass die Straße im Bereich der Gera beim Hochwasser 2013 in weiten Teilen überflutet war. Die wurde 2016 in ihrer Trassenführung verändert, aus den tiefer gelegenen Bereichen nun über den Morgenberg geführt. Bereits nach dem Hochwasser 2005 wurde die Brücke über die Gera erneuert. Sie spannt sich jetzt mit einer größeren lichten Höhe und ohne Mittelstütze über den Fluss. 

Noch steht das Gebäude Bahnhofstraße 9 und noch die Villa, errichtet von den einstigen Eigentümern der Zuckerfabrik. In Zukunft aber soll das gesamte Areal bis hin zu den Gewerbebauten zum Polder, zu einer Überflutungsfläche werden. Dazu ist erforderlich, den Deich, der jetzt noch in Höhe der Firma Sonderfahrzeugbau endet, fertigzustellen. Erst dann können der Fluss und die Deiche im Falle eines Hochwassers entlastet werden, indem über die bereits gebauten Durchlassbauwerke bewusst und dosiert Wasser auf die Polder geleitet wird. Das würde einen Deichbruch verhindern helfen und Wasser weg von der Ortslage befördern. Doch erst müssen durch die Fertigstellung des Deiches Gewerbegebiet und Bahnhof geschützt werden, so lange ist die Polderfläche nicht nutzbar. 

„Die Deiche waren 2013 in einem schlechten Zustand. Seither sind Bäume herausgenommen worden, um den Deich zu stabilisieren. Die sog. Deichverteidigungswege wurden ertüchtigt, so dass die Anlagen gut erreichbar bleiben. Aber das größte Problem sehe ich darin, dass die Polderfläche nicht genutzt werden kann. Es ist viel passiert, ich würde es befürworten, wenn es schneller vorangeht.“, umreißt Bürgermeister Marcel Bube die aktuelle Situation.  

Ein weiterer, nicht einfach zu lösender Konflikt beruht auf der Tatsache, dass die Mahlgera und die innerörtlichen Grabensysteme nicht in die Zuständigkeit des Landes fallen, sondern ihre Erhaltung und Pflege dem vor rund eineinhalb Jahren gegründeten Gewässerunterhaltungsverband obliegen. Der aber konstituiert sich in vielen Fragen noch bis er seine volle Handlungsfähigkeit erreicht hat. Die Kommunen aber sind nicht mehr zuständig.  

Es ist viel passiert in Walschleben seit dem letzten Hochwasser, doch die Arbeiten sind nicht abgeschlossen und der Hochwasserschutz ist noch nicht in vollem Umfang gegeben.

Autor: B. Köhler. Fotos: B. Köhler

 

Flusschleife

Brücke mit größerer lichter Höhe

Durchlassbauwerk, das geöffnet werden kann, um bei Hochwasser für den Abfluss der Wassermassen in die benachbarten Polderflächen zu sorgen.

Unvollendeter Deich am Gewerbegebiet

Bürgermeister Marcel Bube an einem der Durchlassbauwerke

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